Ich hab euch lange ein Video zum Thema Vergaser versprochen – und hier ist es endlich. In diesem Projekt geht’s um meine 2017er KTM 300 EXC, genauer gesagt um ihren Mikuni TMX Flachschiebervergaser. Die lief bisher nie wirklich rund: Volllast war super, technische Passagen ebenfalls. Aber sobald’s in den Teillastbereich ging – also da, wo man auf der Straße oder im lockeren Enduro-Alltag häufig unterwegs ist – hat die Karre rumgezickt. Stottern, schlechtes Ansprechverhalten, gefühlt hat sie manchmal gar nicht gezündet.

Ich hab dann mal ein bisschen tiefer in die Trickkiste gegriffen und mir ein JD Jetting Kit besorgt. Gibt’s in Deutschland soweit ich weiß nur bei Bergoss Racing – sonst bin ich ja kein Fan von denen, aber der Preis war okay und Alternativen gibt’s hierzulande eh keine.

Warum überhaupt ein JD Jetting Kit?

Die Idee hinter dem Kit ist einfach: bessere Abstimmung durch passgenaue Düsen und speziell geformte Vergasernadeln. Das soll nicht nur das Ansprechverhalten verbessern, sondern auch den Spritverbrauch senken. Gerade bei Zweitaktern kann da schon ein bisschen Feintuning Wunder wirken.

Im Lieferumfang sind zwei Nadeln (eine rot, eine blau markiert), vier Hauptdüsen, eine Leerlaufdüse, ein paar O-Ringe und neue Verschlussschrauben für den Vergaser. Die Anleitung ist auf Englisch, aber wer ein bisschen technisches Verständnis mitbringt, kommt gut klar.

Vergaser raus – so läuft der Umbau

Erstmal Sitzbank und Tank runter. Dann müssen die Ansaugstutzen vorne am Zylinder und hinten am Luftfilterkasten gelöst werden – einfach mit einem Schlitzschrauber die Schlauchschellen aufdrehen. Danach den Heckrahmen hinten lockern und leicht anheben (ca. 12 cm reichen), und schon kann man den Vergaser rausziehen.

Dann hab ich den Schieber ausgebaut – am besten mit einem 8er Schlüssel statt mit ‘nem Schraubenzieher, damit nichts rundgedreht wird.

Original-Setup vs. JD Jetting Setup

In meinem originalen Setup hatte ich eine 450er Hauptdüse und eine 37,5er Leerlaufdüse verbaut. Damit lief das Moped bei Temperaturen zwischen +5 und -5 Grad eigentlich okay – aber eben nicht perfekt.

Das JD-Kit schlägt für meine Höhenlage (Brandenburg, also flach wie ‘ne Flunder) eine 420er Hauptdüse und eine 30er Leerlaufdüse vor. Deutlich kleiner – was auf niedrigeren Verbrauch hindeutet. Dazu kommt die blaue JD-Nadel in Clip-Position 2,5 (erzeugt durch Clip auf Position 2 plus eine kleine Unterlegscheibe).

Unterschiede bei den Nadeln – warum das wichtig ist

Die JD-Nadel ist unten extrem fein zulaufend und hat einen sehr gleichmäßigen, geraden Verlauf. Die originale KTM-Nadel hingegen ist an der Spitze abgeflacht, dann erstmal gleichmäßig dick und wird später plötzlich bauchig – das beeinflusst massiv, wie das Gemisch im Teillastbereich zerstäubt wird.

Die neue JD-Nadel soll genau da helfen, wo ich bisher Probleme hatte: im Bereich zwischen Standgas und Volllast.

Feineinstellung: Luftschraube & ein kleiner Schrauber-Tipp

Die Luftschraube hab ich laut Anleitung auf 1¾ Umdrehungen rausgedreht – wichtig, denn sie regelt das Verhältnis zwischen Luft und Benzin im Leerlaufbereich. Reindrehen = fetter, rausdrehen = magerer.

Und hier noch ein Schrauber-Tipp am Rande: Den Überlaufschlauch vom Vergaser legt man am besten in einer kleinen Schlaufe nach oben und fixiert ihn mit einem Kabelbinder. Warum? Damit bei Schräglage nicht sofort Sprit ausläuft. Spart nicht nur Benzin, sondern schont auch die Umwelt.

Startversuch & erste Eindrücke

Was sofort aufgefallen ist: Der Motor springt jetzt deutlich besser an. Kein Gas, kein Choke – einfach Startknopf drücken und zack, läuft. Selbst kalt nimmt sie das Gas jetzt richtig sauber an. Das war vorher definitiv nicht der Fall.

Eine Probefahrt steht noch aus, aber das Standverhalten und die Gasannahme machen auf jeden Fall Hoffnung. Wenn das beim Fahren genauso gut funktioniert, dann hat sich das Kit echt gelohnt.

Ausblick – das kommt als Nächstes

Ich liefere euch natürlich noch ein Follow-up mit einer echten Probefahrt. Und ein separates Video dazu, warum man überhaupt fetter oder magerer abstimmt – gerade bei unterschiedlichen Temperaturen oder Höhenlagen ist das extrem wichtig. Das Thema verdient einfach mehr Aufmerksamkeit.

Bis dahin: Schraubergrüße aus der Garage – und danke, dass ihr wieder dabei wart!

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